Switch To Analoge III

Kaffee ist nicht nur zum trinken da! Der letzte Akt ist also vollzogen: Mein erster, selbstentwickelter Film ist fertig! Und zwar mit Caffenol! Lange habe ich es vor mir hergeschoben. Habe daran gedacht, was alles schief gehen könnte und diverse Blog- und Forenbeiträge durchgelesen. Aber letztendlich ist es wirklich leichter als gedacht. Das Schwierigste war, in kompletter Dunkelheit den belichteten Film in die Entwicklerdose zu stopfen! Schwitzend und fluchend unter einer Decke, versuchte ich, das sensible Material auf die Spule zu wickeln. Nach zwei Nervenzusammenbrüchen und drei gescheiterten Versuchen später war der Film endlich in der Dose und konnte am nächsten Morgen entwickelt werden.

Meine Utensilien:

Küchenwaage
Instant-Kaffee
Wasch-Soda
Vitamin C Pulver
Foto Fixierer
Entwicklerdose
Messbecher
Thermometer
und für die Stoppuhr nahm ich mein Handy

"Fast" alles in der normalen Drogerie erworben
Mit einen Flaschenöffner bekommt man jede Filmdose auf!
Ich will es kurz machen: Die "Brühe" nach Rezept anzurühren und zu vermischen, war kein Problem. Da die Temperatur aber genau 20°C betragen sollte, waren längere Abkühlphasen nötig. Zumal durch die Zugabe von Wasch-Soda die Temperatur um 3°C anstieg. Zeit genug also, um in aller Ruhe das zuvor angerichtete Chaos zu beseitigen. Nebenher ermittelte ich noch die Fixierzeit, indem ich einen Filmschnippsel solange in der Flüssigkeit ließ, bis es transparent wurde. Dann konnte es also losgehen. Nach erstmaligen Wässern des Films goß ich die "Brühe" also endlich in das Gefäß. 15 Minuten benötigt der Film für die Entwicklung. Unter ständigen Drehen der Dose saß ich die Zeit bis zuletzt ab.

Abwiegen leicht gemacht. Eine einfache Küchenwaage erleichtert die Arbeit immens!
Einlegen in den Fixierer
Transparentes Ergebnis. Die Zeit mal zwei ergibt die Fixierzeit des Filmes!
Lecker! Kaffee mit Wasch-Soda und Vitamin C, statt Milch und Zucker.
Raus mit der "Brühe". Man muss anmerken dass es nicht ansatzweise so schlimm stinkt wie angenommen. Aber ein Eau de Toilette ist es auch nicht. Nach mehrmaligen Zwischenwässern gab ich den Fixierer hinein und drehte 5 weitere Minuten den Film. Abspülen mit destilierten Wasser und TADAA! Das Gefühl beim Anblick des fertigen Filmes nach der Verunsicherung kann man nicht beschreiben! Wenn Ihr auch den drang verspürt, mit Kaffee Eure Fotos zu entwickeln, schaut doch mal bei diesen Blogs und Foren vorbei. Jetzt bleibt nur noch die Frage: Wie am Besten die Negative digitalisieren?


Habt Ihr schon Erfahrung mit Filmentwicklung gemacht, oder wollt Ihr es noch?

Kommentare

Saskia von P. hat gesagt…
Eine tolle Idee! Ich wusste gar nicht, dass so etwas überhaupt möglich ist.

Liebe Grüße
Saskia
http://mystyleroom.blogspot.de
RedFuzzHead hat gesagt…
Ach wie geil ist das denn?????
Sau interessanter Post! Danke dafür Liebes!!!

Ich habe mal während eines Praktikums in der Dunkelkammer Filme entwickelt... obwohl... stimmt gar nicht! Was rede ich da!? *lach* Ich hab von den bereits fertigen Negativen Fotos entwickelt... das ist ja noch mal was anderes!

Danke übrigens für deinen Kommentar! Ich hätte das Bild auch fast vergessen...! :D
PlusMinus hat gesagt…
*Hust* diesmal war es der Freund ;) ...
Aber cool, du hast quasi schon den nächsten Schritt gemacht, den ich mangels Equipments noch nicht durchführen kann...
Das Miau hat gesagt…
Ich wusste bisher davon auch nichts. Ich fühle mich gerade so ... unwissend lol

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